12. Juni 2012
Juni 2012: Ergebnisse des Indien Workshops


Das Ziel des gemeinsamen Workshops von MWI und missio am 11. Juni 2012 war die Erarbeitung von Elementen für eine Indien-Projekt-Policy mit dem ausschließlichen Fokus auf die akademische Ausbildung (Welche Ausbildung ist wichtig, wo wird eine gute Ausbildung angeboten, wo kann Missio unterstützen?)

Grundlage der Workshops war eine Evaluation der theologischen Fakultäten von sieben Hochschulen in Indien, die von Pater Michael Amaladoss SJ und Pater Joseph Christie SJ durchgeführt wurde. Es wurden in die Diskussion die anderen Hochschulen, die das MWI und missio fördert einbezogen.

Auch in Indien gehen die Zahlen der Theologie-Studierenden zurück, da andere Berufe als Priester attraktiver sind.Dies ist bei den Planungen von neuen Hochschulen und Erweiterungen zu berücksichtigen.

Ein Problem für die Entwicklung einer einheimischen Theologie ist, dass das Studium fast überall in Englisch stattfindet und nur selten in der lokalen Sprache. Dies führt auch zu Problemen bei der Entwicklung einer kontextuellen und inkulturierten Theologie. Es ist notwendig, dass eine lokal relevante Theologie nicht in Englisch entwickelt und dann in die lokale Sprache übersetzt wird, sondern, dass von vornherein in der lokalen Sprache, z.B. Tamil gelehrt und reflektiert wird.. Möchte man die Menschen erreichen oder geht es um Missionen, um Inkulturation ist nicht Englisch die Sprache, sondern die lokale Sprache. Jedoch ist fast die gesamte Literatur in den Bibliotheken Indiens auf Englisch, sowohl kirchliche als auch weltliche Literatur.

Ein weiteres Problem ist der Mangel an Lehrpersonal. Ein Seminar zu leiten wird nicht als eine erstrebenswerte Berufslaufbahn empfunden. Dennoch oder gerade deshalb ist es wichtig, neue hoch qualifizierte und motivierte Lehrkräfte auszubilden. Es ist in Zukunft noch mehr auf die Qualität der Ausbildung und die weitere Qualifikation der Lehrkräfte zu achten. Durch eine größere Anzahl von Lehrkräften können auch die überfüllten akademischen Seminare verkleinert werden.

Aufgrund des Mangels von fest angestellten Lehrkräften gibt es eine große Anzahl an Gastprofessoren. Ohne sie könnten nicht alle im Lehrplan vorgeschriebenen Fächer abgedeckt werden. Jedoch sind die Kurse der Gastprofessoren meist inhaltlich sehr überladen sowie thematisch eingegrenzt. Sie sind auch nicht mit dem übrigen Lehrplan abgestimmt und koordiniert. Eine Evaluation dieser Kurse war qualitativ nicht möglich.

Eine Qualitätsverbesserung und gleichzeitig eine finanzielle Entlastung werden von einer engeren Kooperation der Hochschulen untereinander erwartet. Als konkretes Beispiel wurde vorgeschlagen, dass die Hochschulen sich gemeinsam um den Zugang zu ATLA (online Zugriff auf wissenschaftliche, meist amerikanische Zeitschriften) bemühen und untereinander einen Leihverkehr etablieren.

Nach Ansicht der beiden indischen Jesuiten werden in der indischen Kirche neue Ideen und Kreativität gebraucht. Gerade Projekte, die in diese Richtung gehen, sollten weiter unterstützt werden. Die Vergabe der begrenzten Anzahl von Stipendien sollte sich noch stärker an das zu erwartende und vorgesehene Engagement orientieren. Dabei sollten ausgewählte Kongregationen oder Regionen besonders berücksichtigt werden.

Die Elemente dieses Workshops werden in eine neue Projektpolicy missios aber auch des MWI einfließen.


Das MWI bittet um Ihre Unterstützung

Kardinal Kasper

„Die Stipendien des MWI bringen den zukünftigen Führungskräften der Kirche in Afrika und Asien das Wissen, das sie brauchen. Sie können kaum direkter und persönlicher helfen als durch die Förderung eines Stipendiaten.”

Kardinal Walter Kasper