21. April 2013
April 2013: Stipendiatentreffen in Aachen


Zum ersten Mal seit langem fand in Aachen im Hause Missio das Treffen der in Deutschland studierenden Stipendiaten statt. 19 Stipendiaten aus Afrika und Asien haben sich hier getroffen, um sich über Ihre Studien aber auch die ganz alltäglichen Probleme auszutauschen. Einige von den Stipendiaten, die erst drei bis sechs Monate in Deutschland waren, hatten besondere Schwierigkeiten mit dem deutschen Wetter. Ihre Deutschkenntnisse dagegen konnten sich bereits sehen (und hören) lassen.

Am Sonntag rundete ein Vortrag über die katholische Kirche in China das Programm ab. Hierzu hatte das MWI auch Spender eingeladen. Abschließend feierten wir zusammen Gottesdienst mit zahlreichen afrikanischen Liedern und asiatischen Bräuchen.

 

Wir möchten Ihnen nun einige der Stipendiaten und ihre "Mission" kurz genauer vorstellen:

 

Lawrence Rayappan:

Er erlebte die Unterdrückung der Bevölkerungsgruppe der Dalits in Indien am eigenen Leib. Jetzt ist Lawrence Rayappan katholischer Priester in der Diözese Vellore und schreibt seine Doktorarbeit. Der 31-Jährige untersucht, wie Frauen der christlichen Dalits wirtschaftlich unabhängig werden können. Dabei unterstützt ihn das MWI mit einem Promotionsstipendium. „Ohne das Stipendium hätte ich keine Chance zu promovieren“, sagte er jetzt in Aachen. „Mein Ziel ist es, das Bewusstsein der Dalits und der höheren Kasten in Indien zu verändern, um so die Gesellschaft zu verändern. Ich bin der erste aus unserem Dorf, der Priester wurde. Ich habe eine hohe Verantwortung.“

 

 

Alam Jijingi:

Der 31-jährige Priester Vincent Alam Jijingi stammt aus Nigeria. Er will über religiöse Erziehung forschen und darüber seine Doktorarbeit schreiben. „In Nigeria haben Gehorsam und Respekt der Kinder gegenüber ihren Eltern in der Erziehung eine große Bedeutung. Die Eltern sind sehr autoritär und tun alles, damit die Kinder diese kulturellen Werte übernehmen. Mein Ziel ist die Selbstbildung. Ich möchte, dass Kinder sich bewusst für ihren Glauben entscheiden, damit sie zu einem reiferen Glauben kommen.“

 

 

Pascal Tshombokongo Otshumbe:

Er stammt aus der Demokratischen Republik Kongo und hat nach einem Thema gesucht, bei dem er über seine Heimatkirche sprechen kann. Jetzt kann er über christliche Musik im afrikanischen Kontext und ihre Inkulturation in die Liturgie promovieren. „Wir leben in einer Kultur, in der man gerne tanzt und singt, auch im Gottesdienst“, erklärt er. „Es ist eine Glaubenserfahrung, wenn wir zusammen singen und als Gemeinde vor Gott stehen. Meine Doktorarbeit wird uns helfen, die Liturgie besser zu verstehen und zu gestalten“, freut sich der Theologe. Spannend ist, wie dabei auch die tradierte Lehre der römisch-katholischen Kirche für drängende Alltagsprobleme der jungen Kirchen des Südens fruchtbar gemacht wird.

 

 

Pascal Olivier Angue:

Der 27-jährige Pascal Olivier Angue ist Priester der Erzdiözese Yaoundé in Kamerun und möchte die Theologie des Heiligen Augustinus studieren, und zwar aus einem höchst aktuellen Grund: „Er hat mit seiner Spiritualität und seiner Lehre zu seiner Zeit viele negative Dinge wie zum Beispiel Sekten bekämpft. Das ist ein aktuelles Problem bei uns. Augustinus kann hier ein Modell für unsere Kirche sein.“ Pascal Olivier Angue fühlt sich durch das MWI-Stipendium motiviert: „Ich möchte den Menschen helfen in ihrem Leben – geistlich und im Alltag. Dafür brauchen wir gut ausgebildete Priester, um die Kirche weiterzubringen.“

 

Übrigens: Wer die jungen Hoffnungsträger der Kirche in Afrika und Asien fördern möchte, der kann sich an der Finanzierung des Stipendiatenprogramms des MWI beteiligen.

 


50 Jahre MWI

Seit 50 Jahren begleitet das MWI mit seinen Partnern und Unterstützern die jungen Kirchen in Afrika und Asien auf ihren Weg in die Zukunft. Wir unterstützen sie in der Ausbildung ihrer Führungskräfte und teilen mit ihnen Visionen einer gemeinsamen Zukunft.

Prof. Dr. Harald Suermann, Direktor des MWI
Ihre Glückwünsche