Tagung - Missionsgeschichte und außereuropäische Kirchengeschichte


Einladung

Das Missionswissenschaftliche Institut organisiert am 5. Juni 2021 eine Tagung zur Missionsgeschichte und außereuropäischen Kirchengeschichte in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der Kirchenhistoriker und Kirchenhistorikerinnen im deutschen Sprachraum. Ich möchte alle Interessierten herzlich zu dieser Tagung einladen. Es steht Ihnen frei, sich für die Beiträge einzuloggen, die auf ihr persönliches Interesse stoßen. Ursprünglich war diese Tagung als eine Präsenztagung vorgesehen, bei der auch die großen Schätze unsere Bibliothek Mikado gezeigt werden könnten. Pandemie bedingt findet nun die Tagung online statt.

Die Geschichte der christlichen Missionen beginnt im apostolischen Zeitalter und hat in den verschiedenen Epochen und Regionen unterschiedliche Gestalten angenommen. Nach der konstantinischen Wende war insbesondere die Mission der Mehrheitskirche im Römischen Reich mit der Politik eng verbunden. Mit dem Untergang des weströmischen Reiches nahm die Mission im Westen eine neue Prägung an. Das Mittelalter kennt Beispiele friedvoller, gewaltfreier Missionen etwa der irischen Mönche auf dem europäischen Festland oder die Franziskaner und Dominikaner, die im 13./14. Jahrhundert in den islamischen Ländern, aber auch im Fernen Osten das Christentum verbreiten wollten. Dem stehen mit Gewalt verbundene Aktionen wie die karolingische Sachsenmission oder die Mission des Deutschen Ordens im Baltikum gegenüber. Die Eroberungen der ‚Neuen Welt‘ gab der Mission eine schier unermessliche Aufgabe. Die Verknüpfung mit dem Kolonialismus prägt bis heute negativ das Bild der Mission. Die jungen Kirchen in Afrika, Asien und Lateinamerika schicken inzwischen ihrerseits Missionare in alle Welt. Sie sind nicht vom Schuldgefühl der westlichen Kirchen geprägt.
Die Geschichte der Mission muss heute stark interdisziplinär erforscht werden. Politische, ökonomische, kulturelle und soziale Aspekte spielen eine wichtige Rolle, aber auch die Entwicklungen der Theologie sind von Bedeutung. Nicht nur die Missionare und ihre Arbeit sind Gegenstand der Erforschung, sondern auch die Missionierten und ihre Reaktion sowie die Kommunikation zwischen den Missionaren und den „Mutterkirchen“. Freiwilligkeit und Zwang, Erfolg und Misserfolg, Schuld und Befreiung sind Aspekte der Mission, die historisch aufzuarbeiten sind. Die Konferenz möchte – über die Epochengrenzen hinweg – Beiträge zur Erschließung und Vertiefung der Forschungsfelder der Missionsgeschichte(n) und außereuropäischen Kirchengeschichte(n) leisten.
Die Tagung findet als Kooperationsveranstaltung statt mit der Arbeitsgemeinschaft der Kirchenhistoriker und Kirchenhistorikerinnen, dem Missionswissenschaftlichen Institut Missio (MWI) und der Missionsbibliothek und katholischen Dokumentationsstelle (mikado).
Die im Programm angegebene Zeitspanne ist für Vortrag und Rückfragen+Diskussion vorgesehen. Vorschlag für die meisten ist 20 min Vortrag und 10 min Rückfragen+Diskussion. Eine individuelle Einteilung ist aber jedem und jeder überlassen, solange die angegebene Zeit nicht überschritten wird.

Harald Suermann

Missionswissenschaftliches Institut im missio e.V.

 

PROGRAMM, SAMSTAG, 5. JUNI 2021


8:30 Einloggen
8.45 Grußwort/Einführung Harald Suermann
Moderation: Klaus Unterburger
9:00 (Öffentlicher Vortrag:) Klaus Koschorke: Das Christentum als globale Bewegung und die westlichen Missionen
10:00 Margit Eckholt: „Perspektivenwechsel“ und „Bekehrung“ – Zum Missionsverständnis von Papst Franziskus
10:45 Pause
Moderation: Harald Suermann
11:00 Jörg Bölling / Rona Ettlin: Maria als Missionsheilige – Aspekte der Binnenmission in Paderborn, Hamburg und Hildesheim im 11. Jahrhundert
11:30 Präsentation der Missionsbibliothek und Katholischen Dokumentation mikado und des Masterstudiengangs „Theologie und globale Entwicklung“
12:00 Mittagspause
Moderation: Dietmar Winkler
14:00 Miriam Stawski: Matteo Ricci in China – Zur Jesuitenmission in der Frühen Neuzeit
14:30 Niccolo Steiner SJ: Zur Geschichte der Jesuitenreduktionen in der Paraguay-Provinz
15:00 Pause
Moderation Jörg Bölling
15:30 Dietmar Winkler: Perspektivenwechsel: Christentum an der Seidenstraße
16:00 Christoph Nebgen: Deutschsprachige Missionszeitschriften des 19. und frühen 20. Jahrhunderts als kirchenhistorische Quellen
16:30 Harald Suermann: Die Orientmission in den Zeitschriften Die Katholischen Missionen und Missions Catholiques (1914-1918)
17:00 Pause
Moderation Klaus Unterburger
17:30 Johannes Meier: Erfahrungen mit „Kirchengeschichte weltweit“ in der Lehre
18:00 Schlussreflexion

 

Einwahldaten:
Thema: Jahrestagung Kirchengeschichte als Missionsgeschichte
Uhrzeit: 5.Juni.2021 08:30 AM Amsterdam, Berlin, Rom, Stockholm, Wien


Zoom-Meeting beitreten
https://uni-regensburg.zoom.us/j/64362546352


Meeting-ID: 643 6254 6352
Schnelleinwahl mobil
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50 Jahre MWI

Seit 50 Jahren begleitet das MWI mit seinen Partnern und Unterstützern die jungen Kirchen in Afrika und Asien auf ihren Weg in die Zukunft. Wir unterstützen sie in der Ausbildung ihrer Führungskräfte und teilen mit ihnen Visionen einer gemeinsamen Zukunft.

Prof. Dr. Harald Suermann, Direktor des MWI
Ihre Glückwünsche