Weitergeben, was man selbst geerbt hat

Kardinal Kasper

„Von dem Verkauf des geerbten Hauses haben wir ein eigenes gebaut. Wir haben selbst keine Kinder und uns entschieden, dieses Haus dem MWI zu vererben. Uns ist es wichtig, dass wir so spirituell in gut ausgebildeten Theologen gleichsam weiterleben."

Tilde und Rolf Glaser

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Von klein auf haben mir Priester imponiert, deren Leben wie eine Predigt war.

Father Andrew Otu, Nigeria

Father Andrew Otu | Nigeria

Seit Monaten erschüttern Anschläge der Terrorgruppe "Boko Haram" (auf Deutsch: „Die westliche Kultur ist böse“) Nigeria. Bei den Attentaten im Norden des Landes sind sowohl Muslime als auch Christen ums Leben gekommen, neben Kirchen gehören auch Polizeistationen und sogar Marktplätze zu den Zielen der Verbrecher. 

Father Andrew Otu stammt aus der Diözese Lokoja im sogenannten "Middle Belt" Nigerias, in dem Muslime und Christen eine lange Tradition des Zusammenlebens verbindet.

Mit seiner Arbeit möchte er einen Beitrag dazu leisten, diese nachbarschaftliche Verbundenheit mit neuem Leben zu erfüllen. Wichtig ist dabei für ihn vor allem, dass die Priester durch eine vorbildliche Lebensführung überzeugen.

Schon als Kind war Andrew Otu von Priestern beeindruckt, die mit ihrem Leben und Wirken Zeugnis von der alle Menschen umfassenden Liebe Gottes in Jesus Christus ablegten. Schon früh entschied er sich, selber Priester zu werden.

Fr. Andrew wurde Kaplan, dann Direktor des Päpstlichen Werks für geistliche Berufe, Pfarrer und schließlich Spiritual am Priesterseminar in Makurdi. Er erlebte als Ausbilder, wie schwierig es ist, die Seminaristen zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit ihrer Berufung, ihrem Berufsbild und ihrer zukünftigen Rolle in der nigerianischen Kirche und Gesellschaft zu bringen.

Daher entschied er sich für ein Aufbaustudium in spiritueller Theologie, das in Nigeria nicht möglich ist. Dank eines MWI-Stipendiums ging er nach Rom und promoviert zu dem Thema "Das Verständnis des Priestertums nach Catherina von Siena und Anregungen für das Priestertum in einer Kirche als Familie Gottes."  

Mit einem Stipendium für Father Otu unterstützen Sie die Verständigung in Nigeria, denn die katholische Kirche spielt eine zentrale Rolle im innernigerianischen Dialog, der das einzige und entscheidende Mittel ist gegen die Zerschlagung oder gar Teilung des Staates, wie Boko Haram sie anstrebt.

Father Otu hat mit seinem zweiten Studienjahr begonnen. Sein Stipendium beträgt 9.000 € pro Jahr.

Zur Person

Father Andrew Otu

  • Stammt aus der Diözese Lokoja aus dem "Middle Belt" Nigerias.
  • Promotion bis 2014 an der Universität der Dominikaner, dem "Angelicum" in Rom.
  • Titel der Promotion: „Das Verständnis des Priestertums nach Catherina Siena und Anregungen für das Priestertum in einer Kirche als Familie Gottes“.

Ziel der Promotion ist die Stärkung der Position der Priester. Denn die katholische Kirche spielt eine zentrale Rolle im innernigerianischen Dialog. 

Nach seiner Promotion wird Father Otu als Spiritual des Priesterseminars nach Makurdi zurückkehren und in der Ausbildung von Seminaristen tätig sein und ihnen das notwendige Handwerkszeug vermitteln, wobei ihm besonders die Bildung der Persönlichkeit am Herzen liegt.