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| Asien - Philosophie |
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| Mit zwei Konferenzen bemüht sich das MWI, das Bewusstsein für kontextuelle Philosophie in Asien zu stärken und in Zusammenarbeit mit den Partnern neue philosophische Ansätze zu entwickeln. Auf Sri Lanka und den Philippinen diskutierten Philosophinnen und Philosophen aus so unterschiedlichen Ländern wie Japan, Indien, Iran und Israel über die Probleme von Kontextualität und Interkulturalität asiatischer Philosophien. Dabei standen die philosophischen Lehrpläne im Mittelpunkt des Interesses. |
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| Philosophie und Interkulturalität |
Schon
seit längerem trägt das Missionswissenschaftliche Institut Missio
(MWI) zur Entwicklung einer interkulturellen Philosophie bei.
Interkulturelle Philosophie beruht u.a. darauf, dass die Beziehung
zwischen Philosophie und Geschichte sowie zwischen Philosophie und
Gesellschaft überdacht und die philosophische Praxis aus einer
interkulturellen Perspektive betrachtet wird. Letztlich geht es um
einen gleichberechtigten Dialog der verschiedenen philosophischen
Traditionen. Um diesen Prozess in Gang zu bringen, engagiert sich
das MWI in unterschiedlichen Initiativen, die zum Ziel haben, ein
Forum für interkulturelle Dialog, für den Austausch zwischen
verschiedenen Kulturen und Traditionen zu bieten, um so die
philosophische Vielfalt zu stärken. Im Rahmen dieser Initiativen hat das MWI
im Jahr 1999 eine weltweite Studie zur Rolle der Philosophie am
Ende des 20. Jahrhunderts durchgeführt. Die Ergebnisse dieser
Studie wurden in dem Band Quo
Vadis, Philosophie? Antworten der Philosophen. Dokumentation einer
Umfrage zusammengefasst.
Aus den Antworten der über hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer
lassen sich drei wichtige Punkte herauskristallisieren, nämlich ob
Interkulturalität, Kontextualität und die Geschlechterperspektive
in der gegenwärtigen Philosophie ausreichend berücksichtigt
werden.
Eine
Schlussfolgerung aus der genannten Studie ist die Notwendigkeit,
die aktuellen akademischen Lehrpläne im Fach Philosophie zu
überdenken. Die Leitfragen dabei sind: Was lehren wir? Wen bzw. für
wen lehren wir? Warum lehren wir? Das Ziel der Überlegungen ist es,
Philosophie in einen inter-kulturellen und inter-kontextuellen
Prozess zu verwandeln, der auch eine gender-spezifische Perspektive
enthält. Nach einem internationalen Workshop, der sich im Juni 2001
auf Einladung des MWI mit diesen Fragen beschäftigt hat, wurde
beschlossen, Kontinent-bezogene Konferenzen in Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa abzuhalten. |
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| Asiatische Philosophie lehren |
In
vielen asiatischen Ländern wurden von den Kolonialmächten neue
Universitätssysteme eingeführt und nach den Inhalten und Methoden
der euro-amerikanischen Lehrpläne ausgerichtet. Dieses Systeme
haben traditionelle Erziehungssysteme und -kulturen verdrängt. Noch
heute steht das Erziehungssystem in vielen asiatischen Staaten
unter westlichen Einflüssen. Auf der Suche nach den ureigenen
asiatischen Identitäten in den philosophischen Lehrbetrieben,
müssen auch die folgenden Fragen berücksichtigt
werden: Inwieweit
ist Philosophie, so wie sie in asiatischen Hochschulen gelehrt
wird, in den jeweiligen asiatischen Traditionen bzw. Kulturen und
ihrer politischen Geschichte verwurzelt? Hat die
Philosophie-Ausbildung einen nennenswerten Einfluss auf den
gesellschaftlichen Wandel in Asien? Wie
stellt sich die gegenwärtige Beziehung des eigenen philosophischen
Erbes zu westlichen Philosophien dar? Welche
Beziehung haben asiatische Philosophien zu den Mächtigen und zu den
Machtlosen und Entrechteten?
Um die
genannten Fragen zu besprechen, hat das Asienreferat des MWI zwei
Regionalkonferenzen in Asien veranstaltet. Dabei sollte es vor
allem darum gehen, den Stellenwert asiatischer Philosophien und die
philosophische Ausbildung an asiatischen Hochschulen zu bewerten.
Ziel ist es einen Prozess in Gang zu setzen, der das Bewusstsein
stärkt für die Unabdingbarkeit von Kontextualität,
Interkontextualität und Gender-Gerechtigkeit im zukünftigen
philosophischen Dialog. Eine weiteres Ziel ist es, den
inter-asiatischen Dialog zwischen Philosophen anzuregen und zu
vertiefen, um so Probleme und Visionen philosophischer Praxis in
unterschiedlichen kulturellen und historischen Kontexten Asiens
auszutauschen. |
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| Philosophie in Süd- und West-Asien |
TEPAC: Dezember 2003 in Piliyandala (Sri Lanka) 
Die erste Konferenz fand vom 1. bis 4. Dezember 2003 am Institute of Integral Education Subodhi in Piliyandala, Sri Lanka, statt. Das Hauptthema, das von den etwa 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert wurde, waren die philosophischen Lehrpläne in den einzelnen Ländern und ihre Beurteilung im Hinblick auf die Kontextualität und Interkulturalität des Gelehrten. Hierzu lagen Beiträge aus folgenden Ländern vor: Israel, Iran, Pakistan, Indien, Sri Lanka und Myanmar. Außerdem ging es um den Beitrag von Frauen zu kontextgebundenen asiatischen Philosophien und um zukünftige Aufgaben der Philosophie in Asien. Die Vortragenden waren aufgefordert, folgende Fragen in ihrem Beitrag besonders in Betracht zu ziehen:Welches sind die charakteristischen Züge asiatischer Philosophie unter besonderer Berücksichtigung der philosophischen Traditionen Ihres Heimatlandes? In welcher Weise spiegelt sich diese Philosophie/kalam/darshana etc. in den Lehrplänen wider? Wie sollte der Philosophie-Unterricht auf die gegenwärtige kulturelle, politische, gesellschaftliche und religiöse Situation in Ihrem Heimatland eingehen? Welcher Veränderungen bedarf es Ihrer Meinung nach in den Lehrplänen für Philosophie/kalam/darshana etc.?
Zur Fortführung der Diskussionen wurde ein Internet-Forum eingerichtet: TEPAC (Anmeldung erforderlich) Einen ausführlichen Konferenz-Bericht finden Sie hier. |
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| Philosophie in Ost- und Südost-Asien |
TEAPAC-East: Februar 2004 in Manila
(Philippinen)
Für die
Ost- und Südost-Asien-Konferenz konnte die Ateneo de Manila
University und das Asian Christian Higher Education Institute (das
asiatische Büro des United Board for Asian Christian Higher
Education), das an der Hong Kong Baptist University angesiedelt
ist, zur Mitarbeit gewonnen werden. Das Asian Institute beschäftigt
sich mit der Umsetzung genuin asiatischer akademischer Ausbildung,
die auf dem Bewusstsein des asiatischen Kontextes und auf
interkultureller Offenheit beruht. Somit verfolgt das Asian
Institute ähnliche Ziele wie das MWI und ist der ideale Partner für
das Projekt „Philosophie im asiatischen Kontext
lehren...“
Die
Konferenz fand vom 15. bis 20. Februar an der Ateneo de Manila
University statt. Eingeladen waren etwa 30 Teilnehmer aus Japan,
Korea, China, Taiwan, Hong Kong, Indonesien, Kambodscha, Vietnam,
Malaysia, Thailand und den Philippinen. Sie waren aufgefordert,
Vorträge unter folgenden Gesichtspunkten
auszuarbeiten: Welche
geschichtlichen Ereignisse haben Ihrer Meinung nach die
Entwicklungen in Asien zwischen Indien und Japan am stärksten
beeinflusst und welche dieser Ereignisse sollten in philosophischen
Überlegungen thematisiert werden? Welche
Ereignisse des 20. Jahrhunderts haben Ihre eigene philosophische
Entwicklung am meisten beeinflusst und welche haben im besonderen
Ihren philosophischen Standpunkt verändert?
Welches
sind die wichtigsten Probleme für die philosophische Praxis und
Lehre in Ihrem Heimatland unter besonderer Berücksichtigung des
gegenwärtigen politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen,
kulturellen und religiösen Kontexts? Welche
Rolle spielt gegenwärtig das traditionelle philosophische Erbe in
Ihrem Heimatland für die Entwicklung der Philosophie?
Welche
Themen unterrichten Sie im laufenden Semester bzw. Studienjahr?
Welche Publikationen (Bücher, Aufsätze) bereiten Sie derzeit
vor? Hatten
Sie die Möglichkeit, über „asiatische Philosophie/Philosophien“
oder „kontextuelle asiatische Philosophie/Philosophien“
nachzudenken? Haben Sie daran gedacht, die asiatische Kultur und
philosophische Tradition inhaltlich oder methodisch in Ihren
Veranstaltungen zum Thema zu machen? Wenn ja, wie? Wenn nein, warum
nicht?
Lesen
Sie auch den ausführlichen Call for Papers und
das Konferenzprogramm. |
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