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Grußwort zur Preisverleihung des Missionswissenschaftlichen Instituts
von Msgr. Heinrich Mussinghoff, Bischof von Aachen


Sehr geehrte Damen und Herren! 

Sie haben mich zur zweiten Verleihung des Wissenschaftspreises des Missionswissenschaftlichen Instituts zum Thema „Migration und religiöse Identität“ eingeladen. Dazu sage ich meinen herzlichen Dank! 

 

Dieses Thema ist höchst aktuell. Noch nie waren in der Geschichte der Menschheit so viele Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, um in der Fremde Schutz oder Arbeit auf dem globalen Markt zu suchen. Papst Johannes Paul II. schreibt in seiner Botschaft zum 89. Welttag der Migranten und Flüchtlinge 2003: “In der heutigen Welt ist Migration zu einem weit ver­breiteten Phänomen geworden, das alle Nationen entweder als Herkunfts-, Durchgangs- oder Aufnahmeland berührt. Es betrifft Millionen von Menschen und stellt eine Herausforderung dar, der sich die pilgernde Kirche im Dienst an der gesamten menschlichen Familie stellen und der sie im evangeliums-gemäßen Geist umfassender Nächstenliebe begegnen muss.“ 

 

Das Thema Ihrer Preisverleihung richtet den Blick darauf, wie sich die religi­öse Identität in dem Zusammentreffen von den Immigranten und den einhei­mischen Menschen in den aufnehmenden Ländern entwickelt. Das gemein­same Wort der Kirchen in Deutschland zu den Herausforderungen durch Migration und Flucht von 1997 „... und der Fremdling, der in deinen Toren ist“ (hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Gemeinsame Texte Nr. 14) sagt dazu: „Die Migration schaffi täglich Begegnungen interkultureller und interreligiöser Art. Im Blick auf den gesellschaftlichen Frieden ist ein Dia­log der christlichen Kirchen mit allen großen Religionen und Kulturen un­erlässlich. Unabhängig von unterschiedlichen theologischen Sichtweisen tra­gen die großen Religionsgemeinschaften heute alle Verantwortung für eine gemeinsame Zukunft in dieser gefährdeten Welt“ (Nr. 236). „Der interreligiöse Dialog bleibt dabei zum einen an die Grundwahrheiten des eigenen Glaubens gebunden, zum anderen ist er dem Respekt vor dem Glauben und der Frei­heit des anderen verpflichtet“ (Nr. 229). Das große Weltfriedenstreffen der Religionen im vergangenen September in Aachen hat diesem großen Auftrag zum interreligiösen Dialog dienen wollen. Begegnung mit fremden Menschen erfordert immer ein Sich-Besinnen auf eigene Wurzeln und ein gastfreund­liches Sich-Öffnen.

 

Ich gratuliere herzlich der Preisträgerin Frau Agnes Brazal und wünsche Ihnen allen, dass Ihre Arbeit gute Frucht bringt.

 

Ihr

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