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Feministische Theologien im interkulturellen Dialog
Herausforderungen und Themen eines interkulturellen feministisch-theologischen Dialogs
Auf dieser Seite finden Sie:
  • Feministische Theologie als multi-kontextuelle Bewegung
  • Theologie in einer gespaltenen Welt
  • Herausforderung Interkulturalität
  • Feministische Theologie als multi-kontextuelle Bewegung

    Wie jede Theologie verdanken auch feministische Theologien ihre spezifischen Ausprägungen dem sozialen, kulturellen, geographischen, geschichtlichen und religiösen Ort ihres Entstehens. Schon lange können Feminismus und feministische Theologie nicht mehr als Anliegen weißer nordamerikanischer und europäischer Frauen angesehen werden, sondern müssen als eine multi-kontextuelle und multi-kulturelle Bewegungen begriffen werden.    

    Heute sind kontextuelle feministische Theologien in ihrer Vielfalt und Verschiedenartigkeit weder inhaltlich noch begrifflich auf einen Nenner zu bringen: Womanist Theologyund US-amerikanische Latina-Theologie, ökofeministische Befreiungstheologiein Lateinamerika,  Bosadi Theologie in Südafrika etc.. So reich an Nuancierungen wie die Bezeichnungen – von ihren Protagonistinnen oft gewählt, um der Vereinnahmung durch die als westliche Fremdbestimmung empfundene Qualifizierung als ‚feministisch’ zu entgehen – sind ihre methodologischen und inhaltlichen Facetten. 

    Die theologischen Aufbrüche von Frauen in Asien, Afrika und Lateinamerika verändern die theologische Landschaft und geben ihr ein neues Gesicht. Dabei bringen sie nicht nur neue Themen ins Spiel, die aus den ganz konkreten Lebenserfahrungen von Frauen erwachsen sind, sondern bestimmen auch die Orte neu, an denen Theologie betrieben wird. Die Selbstbeschränkung auf Universitäten und Bücher wird aufgebrochen zugunsten einer Theologie, die ihre Basis in Liedern, Gebeten und Reflexionen, dem Leiden und den Hoffnungen des alltäglichen Lebens von Frauen findet.

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    Theologie in einer gespaltenen Welt

    Diese Dezentralisierung feministisch-theologischen Denkens wirkte und wirkt unmittelbar auf die einstigen ‚Zentren’ zurück. Kaum eine der jüngeren globalen theologischen Strömungen sah und sieht sich so sehr vor die Herausforderung gestellt, Rechenschaft über ihre kontextuelle Verortung und den Geltungsbereich ihrer Analyse und Reflexion abzulegen, wie die feministische Theologie:  

    Mit der Kritik am Universalismus einer feministisch-theologischen Rede von Frauenerfahrung, die partikulare Erfahrungen absolut setzt und zur Norm des Frauseins schlechthin erhebt, wuchs unter weißen nordamerikanischen und europäischen Frauen die Einsicht, dass Theorie und Praxis der feministischen Bewegung keinesfalls frei sind von rassistischen, antisemitischen und neokolonialistischen Stereotypen. 

    Auf der analytischen Ebene wurde deutlich, dass es nicht ausreicht, bestehende Ungleichheiten und Gewaltverhältnisse nach Geschlecht zu thematisieren. 

    Die zwischen den Geschlechtern herrschenden Beziehungen müssen in ihrer Verflechtung mit weiteren hierarchiebildenden Attributen wie Ethnizität, Klasse, Weltregion (Norden – Süden) wahrgenommen und analysiert werden. 

    Gerade heute stellt sich feministischen Theologinnen die Aufgabe, eigene Blindheiten und Ausgrenzungen im Verhältnis zwischen Dominanzkulturen und Minderheiten zu bearbeiten und internationale Spaltungen und Ungleichheiten als theologische Herausforderung zu thematisieren. 


     

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    Herausforderung Interkulturalität


    Seit ihren Anfängen haben sich feministische Theologien von dem methodischen Postulat leiten lassen, Frauen hätten aufgrund ihrer spezifischen Lebens- und Arbeitsweise einen erkenntnistheoretischen Standpunkt, der einen Erkenntnisgewinn ermögliche. Unter dem Eindruck der Kritik an der exklusiv inklusiven Rede von Frauenerfahrungen erfolgte bald ein zweiter Differenzierungsschub, der die Unterschiede zwischen Frauen in ihren verschiedenen Lebenskontexten selbst zum Inhalt hatte.

    Die Konfrontation mit dem Anderen der Anderen hat die Voraussetzung dafür geschaffen, Interkulturalität als Herausforderung feministischen Theologietreibens wahrnehmen zu können und zugleich neue Fragen aufgeworfen:

    Wie lässt sich die Betonung der erkenntnistheoretischen Relevanz partikularer und kontextgebundener Alltagserfahrungen mit dem Anspruch zu vereinbaren, ein allgemein menschliches emanzipatorisches Projekt zu vertreten?

    Schließt der Anspruch, theologische Erkenntnis erwachse aus Erfahrungen einer bestimmten Gruppe, die denen, die diese Erfahrungen nicht teilen, verwehrt bleiben, die Möglichkeit interkultureller Kommunikation und gemeinsamen Handelns aus? 

    Das wachsende Bewusstein für die Partikularität des eigenen Kontexts und die Partikularität anderer Kontexte darf nicht vergessen lassen, dass Kolonialismus, Imperialismus und christliche Mission ein Netz von Beziehungen geschaffen haben, die von Ungleichheit und Gewalt geprägt sind.

    Wie kann unter den Bedingungen dieser globalen Macht- und Abhängigkeitsstrukturen das Gespräch zwischen Theologinnen unterschiedlicher Kontexte gelingen, ohne die jeweils Andere zu funktionalisieren und Differenzen und Hierarchien zu reproduzieren oder erst zu produzieren?

    Theologisch besteht deshalb eine wesentliche Herausforderung heute darin, die Wahrnehmung der immer deutlicher zu Tage tretenden kontextuellen Partikularitäten und damit verbundenen Differenzen für ein neues Verständnis von Universalität jenseits universalistischer Ansprüche fruchtbar zu machen. 

     

    Weitere Informationen:
      
    Themen
    Zu den wichtigsten Themen eines interkulturellen Dialogs unter feministischen Theologinnen gehören...
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    Netzwerk ÖKUFEM
    Ein Forum für feministisch interessierte Frauen, die Theologie oder Bildungsarbeit im interkulturellen Horizont treiben möchten
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