Auf der weltpolitischen Bühne ist Kuba eine auffallende Ausnahme, die mit der schillernden Persönlichkeit des Revolutionsführers Fidel Castro eng verbunden ist. Seine ganz
persönliche Auslegung der marxistischen Ideologie hat sich in einem sozial-politischen System kristallisiert, das nicht eindeutig zuzuordnen ist. Neben dem offensichtlichen Mangel an Demokratie, der Tausende in die Flucht getrieben hat, stellt man
aber auf Kuba auch z.B. ein gut funktionierendes Gesundheitssystem und eine niedrige Rate an Analphabeten (2 %) fest. Die karibische Eigenart ist auch in der Beziehung zur Kirche zu spüren: Kardinal Jaime Ortega, Erzbischof von San Cristóbal de
La Habana, pflegt an die absolute Unabhängigkeit der Kirche bei der Ernennung von Bischöfen und Pfarrern zu erinnern. Nicht zu vergessen ist auch die historische Rolle der Kirche bei der Förderung der kulturellen Elite der Insel: dies ist
heute noch in der Bibliothek des Priesterseminars zu spüren. In einer so komplexen Gesellschaft muss der Dialog vielfältige Wege gehen. Ein
erster Weg wird vor Ort in der Hauptstadt bestritten, im Rahmen des Centro de Estudios Arquidiocesanos unter der Leitung von Frau Yvette Fuentes de la Paz. Ganz in der Linie der kubanischen Tradition des kulturellen Engagements der katholischen
Denker, nach dem Beispiel des Vaters des kubanischen Denkens der Priester und Philosoph Félix Varela (1788-1853) werden interdisziplinäre Seminare, Konferenzen für ein breites Publikum organisiert. Durch eine reguläre
Publikationstätigkeit werden die Werke von kubanischen Denkern zugänglich gemacht, wie Jorge Mañachs Buch über Religion und Freiheit. Vor allem die Zeitschrift Vivarium, 1990 gegründet, will ein freier und alternativer Raum
des Dialogs zwischen Kirche und Kultur sein. Sie widmet sich den drei Hauptbereichen: Theologie und Philosophie, Kunst und Literatur, Naturwissenschaft und Technik. Für die Sparte Publikation werden jährlich 10 000 ¬
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