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Kirche in der Minderheit
"Nur eine arme Kirche wird eine missionarische Kirche sein."
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  • Sehen, was ist
  • Arme Kirche - verschiedene Wirklichkeiten
  • Kirche als Teil
  • Kirche als Zeichen
  • Drei Forschungsperspektiven
  • Sehen, was ist


    Das machen uns die Franzosen vor.Französische Bischöfe erkennen nicht nur an, dass die Kirche in Frankreich nicht mehr die Vormachtstellung innehat, von der sie Jahrhunderte lang profitiert hatte, um ihre Autorität gegenüber einer Gesellschaft wahrzunehmen. Sie stellen nicht nur Armut, institutionelle Schwächung und den Verlust sozialer Anerkennung fest. Sie erkennen darin sogar eine Chance.

    Sich nicht auf die negative Seite der Verarmung fixieren, sondern die beiden Seiten der neuen Erfahrung erkennen, in diesem Sinn Herausforderungen differenziert beschreiben das öffnet die Türen für die Wahrnehmung von dem, was neu wird, mitten im Vergehen des Alten. Es gibt eine Weise, die Wirklichkeit zu erschließen, die befreiend wirkt.

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    Arme Kirche - verschiedene Wirklichkeiten


    Finanziell und personell gesehen. Was in Frankreich in der Perspektive der finanziellen und personellen Mittel ein Faktum zu sein scheint, ist es in Deutschland (noch) nicht. Allerdings nur, wenn man den Blick auf den Westen Deutschlands richtet. Im Osten Deutschlands sieht die Wirklichkeit anders aus!

    Soziologisch gesehen. In dieser Sicht sind alle Institutionen von einer zunehmenden Schwächung betroffen. Und diese Schwächung gilt, wenn auch in unterschiedlicher Weise, für alle modernen Gesellschaften.

    Moderne Gesellschaften stehen im Zeichen einer zunehmenden Individualisierung, Subjektivierung und Loslösung von Institutionen, die auch das Verhältnis zur Religion und einechristliche Identitätbetrifft. Das Subjekt ist die letzte Autorität, nicht die Institution. Wenn bisher die Kirche definiert hatte, was einen Christen ausmacht, so werden diese Kriterien jetzt der Beurteilung des einzelnen unterworfen.

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    Kirche als Teil


    Kirche und Gesellschaft werden nicht in der Perspektive eines Gegenübers gesehen. Die Krise, die die Kirche gegenwärtig durchmacht, hat in großem Maß mit dem Ganzen der schnellen, tief greifenden sozialen und kulturellen Veränderungen zu tun, die weltweite Dimension haben. Sie wirken sich in der Kirche selber und im Leben ihrer Glieder aus. So der Brief an die Katholiken in Frankreich.

    Genauso verunsichert wie die anderen. Eine Kirche, die Teil einer sich grundlegend wandelnden Welt ist, hat teil an ihrer Verunsicherung. Claude Dagens drückt ein Lernergebnis der Pastoralbesuche in seiner Diözese Angoulême so aus: Ich begriff, dass wir Christen die Frage

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    Kirche als Zeichen


    Die Kirche hat keine andere Daseinsberechtigung als mitzuteilen, wofür sie als Zeichen steht: eine Botschaft, die dem Aufbau einer menschlicheren Welt und Geschichte dient. Damit gilt die erste Sorge der Kirche nicht ihr selber, sonder dem, was nicht sie selber ist.

    Im Gespräch, auf der Suche mit anderen zusammen. Jene, die das Geheimnis der Liebe kennen, sollen mitten unter den Menschen sein, und in Verbindung mit allen stehen. Sie sollen auf dem Weg zum Evangelium besonderes mit jenen im Gespräch sein, die an den anspruchsvollen Forderungen der Liebe Anstoß nehmen. Der Glaube ist erst

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    Drei Forschungsperspektiven


    Welche Wirklichkeitserschließung? 
    Positive Wahrnehmungsfähigkeit einüben: das könnte die Pastoraltheologie kennzeichnen. Was heißt das für das Theorie-Praxis-Verhältnis? Für die Methoden der Analyse? Für eine bibeltheologische Grundlegung, für die Zukunftsfähigkeit der Theologie?

    Welche Ekklesiologie? Eine Theologie der Kirche als Sakrament ist eine Antwort auf die Einsicht des II. Vatikanischen Konzils: dass der Traum einer irgendwann ganz und gar katholisierten Welt aufgegeben werden muss. Der Gedanke der Sakramentalität impliziert darüber hinaus: die Kirche muss sich von unten her gestalten. Neue gesellschaftliche Beziehungen führen zu neuen Gestalten der Kirche. Was bedeutet das für Gemeindebildung?

    Welche Missionstheologie?Welche Rolle spielt der Verzicht auf Privilegien, partnerschaftliche Zusammenarbeit, das Gespräch mit jenen, die andere Überzeugungen haben, die Bereitschaft, alte Antworten aufzugeben, die vertrauensvolle Suche, das Fragen ...?

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