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| Konferenzbericht Belo Horizonte |
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| "In unseren Gesellschaften den Glauben riskieren"
Internationales ökumenisches Symposium vom 7.-11. April 2003 in Belo Horizonte (30. März - 6. April in Sao Paulo) |
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| Geschichte und Vorbereitung |
| Lernprozesse |
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Dem Symposium in Brasilien gingen mehrere bilaterale Begegnungen voraus– nicht nur die beiden deutsch-französischen Kongresse in Freiburg und Magdeburg, sondern auch die Begegnungen französischer Priester und Ordensleute mit den Armen in Brasilien, die zu einer wichtigen Quelle der Inspiration für die Theologie der Befreiung wurden, und die Begegnungen deutscher pastoraler Mitarbeiterinnen mit dem brasilianischen Volk.
Vorbereitetwurde das Symposium durch ein Seminar in Paris, vom 8. bis 10. November 2002.Dort war mit 5 Teilnehmenden aus Brasilien und Uruguay, 8 aus Frankreich und Belgien und 10 aus Österreich, Deutschland und der Schweiz eineinternationaleGruppe zusammengekommen. Vier Arbeitstexte zur gesellschaftlichen und religiösen Situation in Brasilien und in Frankreich und Deutschland (von Luis Roberto Benedetti, Jean-Marie Donegani, Norbert Mette, Luiz Carlos Susin) bildeten die Grundlage für intensive Diskussionen, die eine Ahnung von den Schwierigkeiten und Chancen des Symposiums vermittelten.
Es wurde klar, dass wir sehr verschiedenen Situationen gegenüberstehen, die von radikal unterschiedlichen Geschichten geprägt sind. Das Seminar ermöglichte aber auch, die Probleme zu identifizieren, die wir gemeinsam haben. Denn wir leben in diesem Augenblick der Globalisierung in derselben Welt, wir haben gemeinsame Wurzeln (philosophische und theologische, aber auch pastorale), und Lateinamerika bleibt eine Quelle der Inspiration für europäische Länder.
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| Organisation und TEILNEHMERINNEN |

Drei Institutionen. Das Symposium
wurde von drei Institutionen gemeinsam organisiert:
der brasilianischen Theologenvereinigung SOTER
(Sociedade de Teologia e Ciências da Religião),
dem Institut Catholique von Paris und
dem Missionswissenschaftlichen Institut, Aachen.
Zusammensetzung der Teilnehmenden.Von den 65 Teilnehmenden kam ein schwaches Drittel aus dem deutsch- und französischsprachigen Europa, zwei starke Drittel aus Brasilien; vertreten waren auch Chile und Peru. Die Teilnehmenden brachten Kompetenzen aus dem akademischen Bereich theologischer und soziologischer Fakultäten ein, aus dem Bereich neuerer Forschungsinitiativen und aus dem Bereich konkreter Projekte am Schnittpunkt von Pastoral und Sozialarbeit. Ein Drittel der Teilnehmenden waren Frauen.
Ein ökumenisches Symposium?Evangelische Kirchen waren zahlenmäßig gering vertreten, aber die Orientierung der Themen und Gesprächsbeiträge berechtigen dazu, von einem ökumenischen Symposium zu sprechen.
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| Konzept |
| Gemeinsame Suche |
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Der Theorie-Praxis-Bezug war schon in Paris als ein Unterschied zwischen lateinamerikanischem und europäischem (besonders französischem) Denken deutlich geworden. Das Symposium unterschied sich von anderen wissenschaftlichen Tagungen durch einen eigenen Bezug zwischen Theorie und Praxis: Nicht nur Analysen von Experten, sondern auch reflektierte Erfahrungen von Zeugen bildeten den Ausgangspunkt der Diskussionen.
Insertion. Zumindest ein großer Teil der europäischen Delegation war bereit, im Voraus zum Symposium in Belo Horizonte sich für eine Woche auf ein Mitleben in Brennpunkten der sozialen Wirklichkeit Brasiliens (in São Paulo) einzulassen. Suchbewegung. Das Symposium war als eine Bewegung in gemeinsamer Suche konzipiert: Kompetenz bedeutete nicht, fertige Antworten mitzubringen, sondern Fragen zu stellen und sich auf einen gemeinsamen Weg einzulassen, bei dem man nicht weiß, wohin er führt. Mutirão / Zusammenarbeit. Eine Kirche ruft die anderen, um gemeinsam zu arbeiten. Dabei werden Gaben zusammengelegt die in unserem Fall gerade im Eingeständnis eigener Armut bestanden. Brasilien bringt eine Kirche mit, die ihren Weg sucht, inmitten von spannenden gesellschaftlichen Veränderungen, und die dabei zugleich auf der Suche nach den Armen bleibt, treu ihrer ersten Option. Frankreich bringt eine Kirche mit, die Frauen und Männer bittet, über ihre Hoffnung in der gegenwärtigen Situation der Gesellschaft zu sprechen, und die auf ihre Antworten wartet. Deutschland bringt eine Kirche mit, die unter ihrer Schwächung leidet, aber langsam versteht, dass das Armerwerden dazu beitragen kann, missionarischer zu werden.
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| Inhalte und Ziel |
Inhalte. Jeder der fünf Tage des Symposiums hatte eine charakteristische Überschrift und ein Leitthema.
Der erste stand unter dem Wort Riskieren und den vielen Fragen in diesem Zusammenhang.
Der zweite Tag war dem Sehen der Gesellschaften gewidmet.
Theologie" vertiefen folgte am dritten Tag.
Am vierten Tag Kirchliches Handeln denken: nach-denken, aber auch vor-denken biblischen Arbeitens, solidarischen, liturgischen und gemeindebildenden Handelns.
Der fünfte und letzte Tag stand unter dem Wort vom Träumen, das, wenn es kommuniziert und wechselseitig verstärkt wird, nicht ohne Einfluss auf konkrete Veränderungen bleibt.
Ein Ziel war es, in den schwierigen gesellschaftlichen Entwicklungen, in den verschiedenen Theologien, in den vielfältigen Formen kirchlichen Handelns Kulturen des Widerstands zu entdecken, mitzuteilen, zu reflektieren und zu bestärken, sozusagen ein theologisches Porto Alegre zu wagen.
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| Ergebnisse |
Veränderungsprozesse Auch wenn noch eine gründliche Auswertung der vielen Beiträge aussteht, so kann man doch schon sagen, dass das Ziel in vieler Hinsicht erreicht und in einer Hinsicht übertroffen wurde: Die Kulturen des Widerstands waren nicht nur Gegenstand von Gespräch und Reflexion, sondern brachten sich selber ein in der insertion / inserção der Europäer, in den Gottesdiensten, in den Personen der referierenden Frauen, in der afrobrasilianischen Weise des Theologieverständnisse, und in dem Fest, das die Leute, die in Belo Horizonte auf der Straße leben, uns am letzten Abend bereiteten.
Vor allem diese vier verschiedenen Erfahrungen mit Kulturen des Widerstands brachten erstaunliche Veränderungsprozesse in den Teilnehmenden, vor allem den Europäern zustande.
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