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01.03.2005: chakana 3-2005-5
Themenheft zur Afrikanischen Theologie

Ein halbes Jahrhundert braucht ein Baum zum Wachsen. Dieses Alter hat der Baum der Afrikanischen Theologie nun bald erreicht. 1956 erschien die Antho­logie "Schwarze Priester melden sich", und am Lovanium in Kinshasa wurde die theologische Fakultät ins Leben gerufen. Diese Ausgabe von  versucht, einige Blitzlichter auf Kontexte und Herausforderungen der Afrikanischen Theologie heute zu werfen. Ein Baum wächst nach einem inneren, nicht vorher­sehbaren Muster und reagiert empfindlich auf die verschiedenen Umweltein­flüsse. Die Afrikanische Theologie hat wechselvolle 50 Jahre hinter sich und musste sich den verschiedenartigsten Herausforderungen stellen.

L aurenti   Magesa, Tansania, spricht in seinem Beitrag das Problem der Iden­tität an, das Afrika nach den traumatischen Erfahrungen mit dem Kolonialismus nicht loslässt. Ein Dialog zwischen Christentum und afrikanischen Religionen muss die Dialogpartner in ihrer Diversität und Eigenständigkeit wahrnehmen. Madipoane Masenya, UNISA, Süd­afrika, liest biblische Texte im Kontext von AIDS. Zwischen den patriarchalen Tradi­tionen der Bibel undder traditionellen afrikanischen Kultur gilt es, die le­bens­fördernde Dimension der Botschaft Jesu gerade für Frauen zu artikulieren. Emmanuel Nwaoru vom Catholic Institute of West Africa, Nigeria, gibt einen Überblick über das afrikanische Verständnis von Magie – ein Phänomen, das den Alltag vieler Menschen in Afrika beein­flusst. Er warnt vor simplizistischen Ver­sprechungen, die alle Probleme zu lösen beanspruchen und das Kreuz aus­blen­den. André Odimula (DR Kongo) unter­nimmt den Versuch eines Dialogs zwi­schen Theologie und Literatur am Beispiel des Romans Shaba Deux von V.Y. Mudimbe und stellt die theologische Frage nach der finanziellen Eigenständigkeit der afrikani­schen Ortskirchen. Sylvain Kalamba Nsapo (DR Kongo, z. Zt. Brüssel) schließlich ruft die Afrikanische Theologie auf, zu neuen Ufern aufzubrechen, etwa in der Wie­deraneignung alter afrikanischer Traditionen und ihrer theologischen Grundin­tuitionen. Dies sind Beispiele einer lebendigen Theologie, die sich mit dem Tod in Afrika nicht abfindet. Es bleibt zu hoffen, dass der Baum der Afrikanischen Theologie auch in schwie­rigen Zeiten weiter wächst und Früchte trägt.

Sylvain Kalamba Nsapo / Marco Moerschbacher                   

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