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Band 34 Gesichter einer fremden Theologie. Sprechen von Gott jenseits von Europa
Norbert Kößmeier / Richard Brosse (Hg.)

Rezension: Andreas Heuser

In dem vorliegenden Sammelband eröffnet sich eine ganze Vielfalt von bedeutsamen theologischen Stimmen der Dritten Welt. Die Zusammenstellung erhebt den Anspruch eines repräsentativen Querschnitts theologischer Entwicklungen in der Nachkriegsära. Die "Gesichter einer fremden Theologie" sind geordnet nach kontinentalen Zugehörigkeiten; ein seitens der Herausgeber möglicher Strukturversuch, ähnliche Perspektiven und Fragestellungen in dem Stimmengewirr aufzuspüren und zu vergleichen, unterbleibt. Insofern ist der Aufbau des Buches konsequent: Die Darstellungen sind in drei Hauptkapiteln nach Kontinenten geordnet. Jedes Hauptkapitel erfährt zunächst eine Einführung in die theologischen Diskurse Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. In knapper Übersicht werden jeweils die kirchen- und zeitgeschichtlichen Umstände geschildert, in denen sich die ersten Anfänge von eigenständigen Theologien in der Dritten Welt bewegen, verbunden mit einer Darstellung der seither feststellbaren Phasenabfolge in der Artikulation solcher theologischen Aufbruchbewegungen. Die theologische Einzeldarstellung folgt einem einheitlichen Schema und entfaltet sich in drei Schritten: Die wiederum kursorische Einführung in das theologische Denken des rezensierten Autors wird anhand biographischer Notizen erläutert und eingefügt in jeweilige gesellschaftlich relevante Entwicklungsprozesse, auf die sich der theologische Neuansatz bezieht. Hierin verdeutlicht sich der Ansatz des Bandes: Es geht um biografisch begründete kontextuelle Theologie, die ihre Themen findet und ihre Ausdrucksweisen schärft im Austausch mit Gesellschaftskritik und religiösem Umfeld. Biografische Daten und eine Auswahlbibliographie beschließen die Kurzportraits.

Aufgrund des ausgewählten Spektrums, der Prägnanz und Kürze der Portraits eignet sich der Band gut als Einstieg in ein vertiefendes Studium gegenwärtiger Suchbewegungen in Dritte Welt Theologien. Kritisch anzumerken ist das Fehlen von Gesichtern einer chinesischen Theologie wie auch eine Auseinandersetzung mit pentekostalen Formen "fremder Theologie", die in besonderer Weise einen biographie- und erfahrungsgeschichtlichen Ansatz ausprägen. Vielleicht verdiente auch die Palästinensische Theologie, die hier (vertreten durch R. Khoury) in die asiatische eingereiht ist, aufgrund ihrer globalen Tragweite für Frieden und interreligiösen Dialog einen eigenen Schwerpunkt.

Dieser Überblicksband ist im Umfeld des Missionswissenschaftlichen Instituts Missio entstanden. Die einzelnen Artikel beruhen auf Veröffentlichungen in der Zeitschrift "Weltkirche". Daher ist nachvollziehbar, dass sich unter den Rezensenten ausschließlich katholische Autoren und Autorinnen befinden und die innovativen theologischen Akzente der behandelten Theologien meist im internen Abgleich mit römisch-katholischer Theologiegeschichte bewertet werden. Eine der provokanten Stimmen derzeitiger Theologie, die des südafrikanischen Presbyterianers T.S. Maluleke, übrigens beklagt, dass die christliche 
 malestream -Theologie ihren prophetischen Biss verloren habe und sieht das kreativste Potenzial in der Theologie von Frauen. Insgesamt versammelt der Band 25 Theologen und nur sieben Theologinnen - gerne hätte ich mehr von der Fremdheit einer poetischen Theologie wie der einer Ivone Gebara erfahren.

 

Jahrbuch Mission (2007) S. 236-237.   

 

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Rezension: Alexander Foitzik 

 

Für Theologiestudierende sollte dieses Buch zur Grundausstattung gehören. Denn die 32 Portraits afrikanischer, asiatischer und lateinamerikanischer Theologen und Theologinnen zeigen höchst anschaulich, wie sehr die Theologie in der heutigen Weltkirche seit dem Zweiten Vatikanum "mehrsprachig" geworden ist (so hat es der ebenfalls hier vorgestellte Jesuit   Aloysius Pieris   einmal formuliert): Das Sprechen von Gott kennt viele Ausdrucksweisen, kann nicht unbeeinflusst bleiben von den soziopolitischen, wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten (auch bei den nicht-fremden Theologen). Vor allem aber stellt diese Vielsprachigkeit den Reichtum der Weltkirche und ihrer Theologie dar.

Einfühlsam und kenntnisreich beschreiben die Autoren die Wege der "fremden Theologen und Theologinnen" hin zu einer kontextbezogenen, sensiblen Theologie, die sich anfragen, provozieren lässt von den Lebensnöten ihrer Zeitgenossen gleichermaßen wie von den angestammten Kulturen und Religionen ihrer Herkunftsländer. Oft verliefen diese Wege über europäische Fakultäten und europäisch geprägte Ausbildungen; vielfach stellte das Lehramt in Rom oder das der eigenen Ortskirche Hindernisse auf. So lässt sich aus den einzelnen Portraits auch die Entwicklung nachvollziehen, wie aus von Europa versorgten Kolonialkirchen selbstbewusste Ortskirchen in ihrem kulturellen und gesellschaftlichen Kontext wurden und noch werden. Jedem Portrait ist ein tabellarischer Lebenslauf und eine ausführliche Publikationsliste beigefügt.

Informativ und hilfreich sind auch die auf jeweils knapp zehn Seiten beschränkten Übersichtsartikel zur Entwicklung der Theologie in Afrika, Asien und Lateinamerika seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ( Henry C. Hoeben, Georg Evers, Josef Estermann ).

Mit diesem Band feiert die Missionszeitschrift "Forum Weltkirche" (vormals "Die Katholischen Missionen") ihren 125. Jahrgang. Seit dem Jahr 2000 sind solche Portraits von Theologen und Theologinnen aus Afrika, Asien und Lateinamerika fester Bestandteil jeder Ausgabe. 

 

Erschienen in: Herder Korrespondenz 60 (10/2006) S. 539.   

      


 

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Theologinnen und Theologen aus Afrika, Asien und Lateinamerika im Porträt.

Im Ausgang des 2. Vatikanischen Konzils hat in vielen Ländern der Welt ein Sprechen von Gott begonnen, das die konkrete Situation der Menschen zum Ausgangspunkt der Reflexion macht. Der damit einhergehende Perspektivwechsel ist bis heute eine große Herausforderung für die Weltkirche.

Die hier vorliegende Auswahl bietet einen repräsentativen Querschnitt kontextueller Ansätze auf drei Kontinenten. Sie erläutert ausführlich die Entwicklungen in den einzelnen Gebieten und stellt Theologinnen und Theologen vor, die dazu beigetragen haben, die Nöte der Menschen in das Sprechen von Gott einzubeziehen. Biographische und bibliographische Informationen schließen die einzelnen Artikel ab.

Ein umfassender Überblick und eine Einladung zu einer theologischen Entdeckungsreise anlässlich des 125. Jahrgangs der Zeitschrift KM Forum Weltkirche.

Norbert Kößmeier / Richard Brosse (Hrsg.), Gesichter einer fremden Theologie. Sprechen von Gott jenseits von Europa, Freiburg i. Br., Verlag Herder 2006 (Theologie der Dritten Welt 34), 255 S., ISBN 3-451-28956-3, € 19,90.

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Gesichter einer fremden Theologie. Sprechen von Gott jenseits von Europa, Norbert Kößmeier / Richard Brosse (Hg.)
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Inhaltsverzeichnis

Gesichter einer fremden Theologie

Sprechen von Gott jenseits von Europa

 

Vorwort 

Abkürzungen

 

Teil 1: Afrika

 

Der Weg hin zu afrikanisch-christlicher Theologie (1950-2005) 

Henry C. Hoeben SMA 

 

TheologInnen aus Afrika 

 

Bénézet Bujo / Demokratische Republik Kongo 

Musa W. Dube / Botswana 

Jean-Marc Ela / Kamerun 

Meinrad Pierre Hebga SJ / Kamerun 

Laurenti Magesa / Tansania 

Tinyiko Sam Maluleke / Südafrika 

Albert Nolan OP / Südafrika 

Teresa Okure SHCJ / Nigeria 

Léonard Santedi Kinkupu / Demokratische Republik Kongo 

Eugene Elochukwu Uzukwu CSSp / Nigeria 

 

Teil 2: Asien

 

Theologische Entwicklungen in Asien seit dem II. Vatikanischen Konzil 

Georg Evers

 

TheologInnen aus Asien

 

Michael Amaladoss SJ / Indien 

Tissa Balasuriya OMI / Sri Lanka 

Johannes Baptist Banawiratma SJ / Indonesien 

Francis D'Sa SJ / Indien 

Astrid Lobo Gajiwala / Indien 

Rafiq Khoury / Palästina 

Sr. Mary John Mananzan OSB / Philippinen 

José M. de Mesa / Philippinen 

Aloysius Pieris SJ / Sri Lanka 

Danny Pilario CM / Philippinen 

Antony Raj SJ / Indien 

Virginia Saldanha / Indien 

Shim Sang-Tai / Korea 

Felix Wilfred / Indien 

 

Teil 3: Lateinamerika

 

Neuer Wein in alte Schläuche? Transformationen der lateinamerikanischen Befreiungstheologie 

Josef Estermann

 

TheologInnen aus Lateinamerika 

 

María Pilar Aquino / Mexiko 

Marcelo Barros OSB / Brasilien 

Ivone Gebara CND / Brasilien 

Eleazar López Hernández / Mexiko 

Diego Irrarázaval CSC / Chile 

Ronaldo Munoz SSCC / Chile 

Antonio Aparecido da Silva FDP / Brasilien 

Paulo Suess / Brasilien 

 

Autoren 

 

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