Als am 20. Dezember 1999 Macau – nach
Hongkong – unter die politische Vorherrschaft
Chinas zurückging, war die Leitung des Jesuitenordens diesem
Wechsel zuvorgekommen. Die immer wieder aufflammenden Spannungen
zwischen China und Taiwan machten deutlich, dass der Standort Tapei
ungeeignet war, um fruchtbare Aktivitäten in und mit China zu
entwickeln. Aus historischen und kultursoziologischen Gründen bot
sich Macau an als Gründungsplatz eines neuen „Ricci Institute“ mit
den folgenden ehrgeizigen Forschungsgebieten: ·
die Begegnung der westlichen und chinesischen
Kulturen;
·
die Veränderung der chinesischen ethischen Traditionen infolge der
aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung; ·
die Suche nach Sinn und spiritueller Orientierung in einer sich
rasch wandelnden Gesellschaft; ·
Sammlung und Ausarbeitung einer umfangreichen Dokumentation über
die Rolle des Christentums im alten und modernen China.
Entscheidend ist dabei der Perspektivenwechsel: die Wahrnehmung
durch die Chinesen selber soll zur Sprache kommen. Die westlichen
Fachkräfte wollen hier zunächst Zuhörer sein. Die Jesuiten stellen dem neuen „Macau Ricci
Institute“ vier Patres unentgeltlich zur Verfügung: Direktor ist P.
Luís Sequeira, assistiert von P. Yves Camus. Für die ersten drei
Jahre haben sie auch die Renovierungskosten des Gebäudes, die
Miete, die ersten notwendigen Anschaffungen sowie die Gehälter von
z.Zt. 8 Mitarbeitern getragen. Neben den laufenden Betriebskosten
muss auch die Finanzierung von Sonderprojekten gesichert
werden:
Die Durchführung einer jährlichen Konferenz,
um den Dialog zwischen chinesischen und ausländischen
Wissenschaftlern zu fördern. Allerdings soll die Perspektive von
der chinesischen Seite bestimmt werden. Das Thema für 2002 war:
„Religion and Culture: past approaches, present globalisation,
future challenges“. Zur Deckung der Hälfte der Kosten möchten wir
jährlich 16 000 € zur Verfügung stellen.
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