Auf der weltpolitischen Bühne ist Kuba eine auffallende Ausnahme, die mit der schillernden Persönlichkeit des Revolutionsführers Fidel Castro eng verbunden ist. Seine ganz
persönliche Auslegung der marxistischen Ideologie hat sich in einem sozial-politischen System kristallisiert, das nicht eindeutig zuzuordnen ist. Neben dem offensichtlichen Mangel an Demokratie, der Tausende in die Flucht getrieben hat, stellt man
aber auf Kuba auch z.B. ein gut funktionierendes Gesundheitssystem und eine niedrige Rate an Analphabeten (2 %) fest. Die karibische Eigenart ist auch in der Beziehung zur Kirche zu spüren: Kardinal Jaime Ortega, Erzbischof von San Cristóbal de
La Habana, pflegt an die absolute Unabhängigkeit der Kirche bei der Ernennung von Bischöfen und Pfarrern zu erinnern. Nicht zu vergessen ist auch die historische Rolle der Kirche bei der Förderung der kulturellen Elite der Insel: dies ist
heute noch in der Bibliothek des Priesterseminars zu spüren. In einer so komplexen Gesellschaft muss der Dialog vielfältige Wege
gehen.Der eine Weg gilt der
Erforschung der afro-amerikanischen Religiosität in Kuba. Es ist das spezielle Forschungsgebiet eines anderen Mitarbeiters des Zentrums, P. René David Roset. Seine bisherigen Ergebnisse hat er in einem Buch Wichtigste afro-kubanische
Religionsformen veröffentlicht. Denn zum Christentum bekennen sich mittlerweile nur 10 % der Bevölkerung, während Santeria, Curanderismo und etliche spiritische Varianten die meisten Anhänger haben. Zur Fortsetzung seiner einzigartigen
Arbeit über diese karibischen Formen der Volksreligiosität benötigt P. Roset 20 000 ¬. |