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Jean-Marc Ela
Theologe aus Kamerun gestorben

Der als "Vater der afrikanischen Befreiungstheologie" bekannte Theologe Jean-Marc Ela ist tot. Er starb am 2. Weihnachtstag 2008 nach schwerer Krankheit in seinem Exil in Kanada.

Jean-Marc Ela wurde 1936 in Kamerun geboren. Nach dem Studium der Theologie in Strasbourg sowie der Soziologie in Paris lebt er lange Jahre unter einfachsten Bedingungen bei den Kirdi im Norden Kameruns. Dort schreibt er seine ersten Entwürfe einer Theologie, die das Christentum im Dialog mit der afrikanischen Kultur am ureigenen Anspruch misst, eine befreiende Botschaft zu sein. In diesen Entwürfen, die ihn weit über den afrikanischen Kontext hinaus bekannt machen, gelingt es Jean-Marc Ela, sowohl die kulturelle als auch die politische Dimension der Evangelisierung zu reflektieren. So wurde er zu einem der profiliertesten Befreiungstheologen Afrikas. Nicht zuletzt deshalb mußte er nach Morddrohungen 1995 sein Heimatland Kamerun verlassen und ins Exil nach Kanada auswandern. 1999 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Katholischen Universität von Leuven, Belgien.

Das MWI brachte bereits im Jahr 1987 die Übersetzung seines grundlegenden Werkes "Ma foi d'africain" (deutsch: "Mein Glaube als Afrikaner. Das Evangelium in schwarzafrikanischer Lebenswirklichkeit", Theologie der Dritten Welt Band 10) heraus, in dem Jean-Marc Ela seine "Theologie unter dem Baum" – d.h. dort wo sich die afrikanische Gemeinschaft versammelt – entwirft. 2003 erschien sein Werk "Repenser la théologie africaine. Le Dieu qui libére", welches man als die "Summe seine Theologie" bezeichnen kann. Es wurde vom MWI ins Deutsche übersetzt und als Band 30 der Reihe "Theologie der Dritten Welt" herausgegeben: "Gott befreit. Neue Wege afrikanischer Theologie". Als Jean-Marc Ela, mit dem das MWI in verschiedenen Forschungsprojekten immer wieder in Verbindung stand, das Titelbild dieses Buches sah, sagte er: "Le désert fleurira". "Die Wüste wird blühen." Möge sich diese Verheißung und dieser Wunsch für ihn, der seit seinem Exil 1995 seine afrikanische Heimaterde nicht mehr betreten durfte, nunmehr erfüllt haben.

Marco Moerschbacher

Afrikareferat

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