chakana setzt sich zum Ziel,
theologische und philosophische Brücken zwischen den
unterschiedlichen geographischen, kulturellen und religiösen
Kontexten zu schlagen. Der "Focus" der vorliegenden Ausgabe
veröffentlicht die erstplatzierten Beiträge des vom
Missionswissenschaftlichen Institut Missio e.V. (MWI) im Jahre 2003
verliehenen Wissenschaftspreises. Dieser MWI-Preis für kontextuelle
Theologie und Philosophie war dem Thema "Migration und religiöse
Identität" gewidmet.
Im Zuge
der weltweiten Migrationsbewegungen verschieben sich nicht nur
kulturelle und soziale Grenzen, sondern auch die religiösen
Identitäten werden zusehends transformiert und "synkretistisch" neu
gebildet. Für manche Religionsgemeinschaften sind diese
Transformationsprozesse mit Abwehr und Angst besetzt. Andere
wiederum sehen sie auch als Chance für eine Makro-Ökumene und für
ein friedliches Zusammenleben der Menschen. Traditionell religiöse
Einheitskulturen wie Europa und die beiden Amerikas werden
ausdifferenziert und haben sich der Herausforderung des religiösen
Pluralismus oder gar einer neuen Minderheitssituation zu
stellen. Wie
reagiert die theologische Reflexion auf diese weltweit zu
beobachtenden Phänomene? Die Preisträgerin des MWI-Preises 2003,
Agnes Brazal, skizziert in ihrem Beitrag die schwierige Suche nach
einer Identität in der multireligiösen Situation von Mindanao auf
den Philippinen. Jorge Castillo Guerra zeigt aus der Sicht eines
Lateinamerikaners in Europa Elemente einer "Theologie der
Migration" auf. Mechthild Herberhold reflektiert die
Herausforderung, welche die Zuwanderung vorwiegend
nicht-christlicher Menschen in Deutschland an das christliche
Selbstverständnis stellt. David Anthony geht dieser Frage im
multi-ethnischen und multireligiösen Kontext Malaysias
nach. Ich
hoffe, dass chakana
Ihnen
auch dieses Mal den Reichtum und die Vielfalt theologischen und
philosophischen Denkens zu eröffnen vermag und Sie dazu bewegt,
interkulturelle Brücken mutig und engagiert zu
betreten. Josef
Estermann
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