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08.03.2004 - Neue Ausgabe von chakana - Editorial 2-2004-3
Religiöse Identität und Migration

chakana  setzt sich zum Ziel, theologische und philosophische Brücken zwischen den unterschiedlichen geographischen, kulturellen und religiösen Kontexten zu schlagen. Der "Focus" der vorliegenden Ausgabe veröffentlicht die erstplatzierten Beiträge des vom Missionswissenschaftlichen Institut Missio e.V. (MWI) im Jahre 2003 verliehenen Wissenschaftspreises. Dieser MWI-Preis für kontextuelle Theologie und Philosophie war dem Thema "Migration und religiöse Identität" gewidmet.          

Im Zuge der weltweiten Migrationsbewegungen verschieben sich nicht nur kulturelle und soziale Grenzen, sondern auch die religiösen Identitäten werden zusehends transformiert und "synkretistisch" neu gebildet. Für manche Reli­gionsgemeinschaften sind diese Transformationsprozesse mit Abwehr und Angst besetzt. Andere wiederum sehen sie auch als Chance für eine Makro-Ökumene und für ein friedliches Zusammenleben der Menschen. Traditionell religiöse Ein­heitskulturen wie Europa und die beiden Amerikas werden ausdifferenziert und haben sich der Herausforderung des religiösen Pluralismus oder gar einer neuen Minderheitssituation zu stellen.      

Wie reagiert die theologische Reflexion auf diese weltweit zu beobachtenden Phänomene? Die Preisträgerin des MWI-Preises 2003, Agnes Brazal, skizziert in ihrem Beitrag die schwierige Suche nach einer Identität in der multireligiösen Situation von Mindanao auf den Philippinen. Jorge Castillo Guerra zeigt aus der Sicht eines Lateinamerikaners in Europa Elemente einer "Theologie der Migra­tion" auf. Mechthild Herberhold reflektiert die Herausforderung, welche die Zu­wanderung vorwiegend nicht-christlicher Menschen in Deutschland an das christliche Selbstverständnis stellt. David Anthony geht dieser Frage im multi-ethnischen und multireligiösen Kontext Malaysias nach.      

Ich hoffe, dass   chakana   Ihnen auch dieses Mal den Reichtum und die Viel­falt theologischen und philosophischen Denkens zu eröffnen vermag und Sie dazu bewegt, interkulturelle Brücken mutig und engagiert zu betreten.   

 

Josef Estermann 

    

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