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Frauen und Mission
Die Aufmerksamkeit für die missionarische Tätigkeit und missionstheologische Reflexion von Frauen hat seit den achtziger Jahren deutlich zugenommen.
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  • Frauen und Mission
  • Missionsgeschichtliche Frauenforschung
  • Missionstheologische Frauenforschung und feministische Missiologie
  • Frauen und Mission


    Frauengeschichtsforschung, Genderstudies und postkoloniale Kritik haben das Thema "Frauen und Mission" wieder neu in die Diskussion gebracht. 

    Auch auf der Tagesordnung des interkulturellen theologischen Dialogs von Frauen findet sich die Frage nach der Missionspraxis und den Missionskonzepten wieder.

    Vor allem Theologinnen aus Afrika, Asien und Lateinamerika verbinden die Analyse der gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebensbedingungen von Frauen mit der Frage nach der Sendung, als Christinnen an Veränderungsprozessen in Kirche und Gesellschaft mitzuwirken.

    Das Referat Frauenforschung und feministische Theologien nimmt die aktuellen Diskussionsprozesse auf, dokumentiert sie und beteiligt sich mit eigenen theologischen Impulsen an ökumenischenForschungsprojekten verschiedener Institutionen.

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    Missionsgeschichtliche Frauenforschung


    Eine fast ausschließlich männlich und im Falle der katholischen Missionsbewegung priesterlich orientierte Missionsgeschichtsschreibung hat den Anteil von Frauen an der christlichen Missionsbewegung lange Zeit unsichtbar macht.

    Inzwischen belegen zahlreiche Studien zu Frauenleben in der Mission die wichtigen Rollen, die Frauen trotz der ihnen von ihren Kirchen auferlegten Einschränkungen sowohl in der protestantischen als auch in der katholischen Missionsarbeit übernahmen. Die zutiefst patriarchalische Gestalt und Struktur dieser Missionsarbeit konnten sie nur selten überwinden.

    Als Töchter ihrer Zeit und Kultur transportierten die Missionarinnen mit der christlichen Botschaft ein bestimmtes Frauenbild in die Missionsländer, das sie den dort lebenden Frauen als Ideal vor Augen stellten.Gleichzeitig bot die Missionsarbeit Frauen ein Feld für interkulturelle Begegnungen, die immer wieder auch wechselseitige Lernprozesse von Frauen aus unterschiedlichen Kontexten ermöglichten. Inwieweit diese Begegnungen dazu beitrugen, Praxis und Theorie der Mission substantiell zu verändern, muss von Fall zu Fall unterschiedlich beantwortet werden. 

    Eines machen die vorliegenden Untersuchungen deutlich: Frauen haben Mission vor allem als Glaubensweitergabe verstanden, die im gelebten und gedeuteten Lebenszeugnis geschieht. Die Einsicht, dass stärker als das verkündigte Wort der gelebte und bezeugte Glaube zur Nachfolge ruft, stellt eine Konstante in der missionarischen Praxis von Frauen dar.

    Zu den wichtigsten aktuellen Entwicklungen der Frauenforschung zählt die Aufarbeitung der Missionsgeschichte aus der Sicht der Frauen in den früheren Missionskirchen. Erst diese Aufarbeitung ermöglicht es, Antworten auf die Frage zu finden, ob und auf welche Weise die (Erst-)Begegnung mit dem Christentum von Frauen als befreiend oder unterdrückend erfahren wurde.

    Weiterführende Informationen finden Sie in: 

    Katja Heidemanns, Mission und Frauen, in: Christoph Dahling-Sander / Andrea Schultze / Dietrich Werner / Henning Wrogemann (Hrsg.), Leitfaden ökumenische Missionstheologie, Gütersloh 2003, 420-437. 

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    Missionstheologische Frauenforschung und feministische Missiologie


    Weitaus weniger Beachtung als die praktischen Missionsarbeit von Frauen fand bisher die missionstheologische Reflexion von Frauen.

    Versuche, dieser Reflexion auf die Spur zu kommen, setzen oft bei den Orten missionarischen Handelns von Frauen als Erzieherinnen, Lehrerinnen, Familienfrauen oder Katechetinnen an. Sie unterstreichen die missiologische Bedeutung des Aufbaus von Beziehungen, der alltäglichen Sorge für das Überleben und der Hinwendung zum ganzen Menschen.

    Haben Frauen aufgrund ihrer besonderen Lebenssituation eine andere Deutung der christlichen Sendung entwickelt als männliche Missionare? Sind sie aufgrund der am eigenen Leib erfahrenen Unterdrückung als Frau sensibler für Ausgrenzung und Gewalt? Gibt es eine weibliche, durch ihren ganzheitlichen Ansatz geprägte Missionstheorie, wie sie die renommierte Missionswissenschaftlerin Dana Robert im Glaubenszeugnis von Frauen weltweit entdeckt?

    So kontrovers die Debatte über diese Fragen geführt wird, ist doch eines nicht zu übersehen: Aufgrund ihrer Lebenserfahrungen und der ihnen aufgezwungenen Rollen klagen Frauen theologische Perspektiven und Themen ein, die bislang in der traditionellen Missionstheologie vernachlässigt worden sind.

    Im Diskussionszusammenhang feministischer Theologien erschien das Thema „Mission“ bisher allenfalls am Rande. Nur einzelne Theologinnen setzten sich ausdrücklich mit der missionarischen Dimension des christlichen Glaubens auseinander.Unter dem Einfluss der Postcolonial Studies ändert sich das. 

    Die Herausforderung besteht darin, die durch die postkoloniale Kritik angeregte Auseinandersetzung mit der missionarischen Dynamik des Christentums für die Arbeit an einer feministischen Theologie der Mission fruchtbar zu machen.

    Denn: "The postcolonial condition describes the persistence of imperializing powers but most importantly it points ‘to the beyond’, to the alternative of justice and liberating interdependence – an alternative we can indeed choose" (Musa Dube).

    Weitere Informationen finden Sie in:

    Katja Heidemanns, Schritte auf dem Weg zu einer feministischen Missiologie, in: Heike Walz / Christine Lienemann-Perrin / Doris Strahm (Hrsg.), Als hätten sie uns neu erfunden. Beobachtungen zu Fremdheit und Geschlecht, Luzern 2003.

     
    Weitere Informationen:
      
    Forschungsprojekte
    Studienprozesse und Forschungsprojekte, die sich mit der geschichtlichen und theologischen Aufarbeitung des Beitrags von Frauen zur Theorie und Praxis der Mission beschäftigen
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