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Gesellschaftliche Umbrüche
Wir können die Zukunft nicht erraten, wir müssen sie erfinden
Auf dieser Seite finden Sie:
  • Im Angesicht einer "terra incognita"
  • Vom Kulturerbe zur Option
  • Begleiten. wo Neues wird
  • Was haben wir Wesentliches vorzuschlagen?
  • Im Angesicht einer "terra incognita"


    Die anhaltenden weltweiten wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Veränderungen, die alle grundlegenden Bezüge des einzelnen – zur Zeit, zum Raum, zum Körper, zum anderen, zur Sprache und zur Wahrheit – betreffen, sind mit keiner früheren „terra incognita“ vergleichbar. 
     



    „Die elementare Grammatik menschlicher Existenz steht nicht mehr selbstverständlich zur Verfügung.“  Gesellschaften brechen auseinander. Der soziale Riss zwischen denen, die Führung und Verantwortung in der Gesellschaft besitzen, und denen, die nicht (mehr) gebraucht werden, wird immer tiefer und breiter. Zugleich brechen Gesellschaften in bunte Fragmente von Gruppen und Individuen auseinander, die wissen, dass sie winzige Teilchen einer unüberschaubar komplexen Situation sind und daher allen vereinfachenden und abschließenden Interpretationen misstrauen. Für sie ist die Welt weder gut noch schlecht. Weder ist sie total chaotisch noch gehorcht sie einer grundlegenden Ordnung.







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    Vom Kulturerbe zur Option


    Für die meisten der Jüngeren heute gehört der christliche Glaube nicht mehr einfach zu einer Kultur, die sie übernehmen, vielmehr ist er Sache ihrer persönlichen Entscheidung. Alte Kirchen sind Teil eines Erbes, dessen Symbole nicht mehr verstanden werden. Für den Glauben gilt Entsprechendes. Früher verstand man seine Sprache mindestens mit dem Herzen, durch die Gewohnheit des Tuns. Heute trauen sich noch nicht viele Menschen zu, ihre eigene Sprache für ihren Glauben und ihre Hoffnung zu finden.

    Und doch sind es viele, die ihren Glauben neu suchen, und zwar auf je eigene Weise. Ihr Suchen und Finden macht den Glauben bunt und unübersichtlich. Von einer Gewohnheit, einer Heimat wird er zu einem Weg voller Überraschungen.

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    Begleiten. wo Neues wird


    Kirchen sind zuallererst Menschen, sie sind mitten in diesen Veränderungsprozessen, stehen nicht darüber. Einzelne Ortskirchen gestehen es ein: Wir kennen uns so wenig aus wie andere. Wir wissen nur, dass eine alte Gestalt von Kirche vergeht, ohne dass sich eine neue Gestalt schon erkennen lässt. Sie ist aber im Werden. Die Ankunft dieser neuen Gestalt wollen wir mit Aufmerksamkeit begleiten. (Französische Bischöfe).

    Wie begleitet man das Werden von Neuem?Die Nachbarkirche Frankreich macht es vor: indem man alte Brillen ablegt und das Gespräch mit anderen sucht. Eine alte Brille ist jene, die Kirche als flächendeckendes Unternehmen sehen lässt, das dem gesamten Leben der Gläubigen einen Rahmen und eine Ordnung gibt. 

    Das Gespräch mit anderen suchenheißt: fragen, bitten, vorschlagen. Die französischen Bischöfe bitten ihre Zeitgenossen, ihnen bei der Analyse der gesellschaftlichen Realität zu helfen. Sie bitten sie auch zu sagen, wie sie als hoffende und liebende Menschen leben.

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    Was haben wir Wesentliches vorzuschlagen?


    Die gesellschaftlichen Umbrüche sind eine Herausforderung an die Radikalität der Christen.

    In ihrem Brief an die Katholiken in Frankreich schreiben die französischen Bischöfe: Die Post, die wir auf den [ersten] Bericht zum Vorschlagen des Glaubens erhalten haben, bescheinigt, dass die französischen Katholiken eben dies wünschen und praktizieren: eine Rückkehr zu den Quellen.
    Es gibt viele Anzeichen dafür, dass unsere Zeitgenossen auf der Suche nach dem Wesentlichen sind oder zumindest radikale Fragen stellen.
    Der Dialog mit unseren Zeitgenossen hätte keine Chance, wenn wir nicht unsererseits ebenso radikal wären. Was haben wir also Wesentliches vorzuschlagen?

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