Aufgrund der geographischen Gegebenheiten ist die Geschichte des Libanons von verschiedenen Kulturen und Religionen geprägt: u. a Ägypter, Perser, Römer, Griechen haben dieses Land
mitgestaltet, ohne dass sich eine eindeutige Bilanz ziehen lässt. Fakt ist, dass diese Vielfalt die moderne Gesellschaft heute noch charakterisiert und etliche Konflikte zu verstehen hilft. Aus verschiedenen Gründen gilt der Libanon als
Laboratorium des interreligiösen und interkulturellen Dialogs: Mit der Gründung einer Fakultät für Religionswissenschaft im Jahre 2001 haben die Jesuiten einen ersten Schritt getan, um diese Realität fruchtbar zu machen. Sie steht
unter der Leitung von P. Louis Boisset. Dem Gründungskonzept nach soll die Fakultät offen für die verschiedenen Religionen und Konfessionen des Landes und mittelfristig des gesamten Nahen Ostens sein. Nach
einem 15jährigen blutigen Krieg stellt sie auch einen bewussten Beitrag zu einer Kultur des Friedens dar. Der Fakultät eingegliedert funktioniert bereits ein Institut für Islamwissenschaft, das u.a eine informative Website
unterhält. Der nächste Schritt soll die Gründung eines Forschungszentrum für den interkulturellen und interreligiösen Dialog sein, mit der Absicht, eine Pionier- und
Koordinationsrolle für den Dialog in der arabischen Welt zu spielen. Sowohl für die Fakultät als auch für das Zentrum sollen Mitarbeiterinnen ausgebildet und auf eine
Leitungsverantwortung vorbereitet werden: · Frau Tab*** ist Sunnitin und hat sich auf dem Gebiet der Frauenmystik spezialisiert. Sie gibt bereits
Vorlesungen über die bisher unterschätzte Rolle der weiblichen Soufis in dieser spirituellen Tradition. In ihrer Doktorarbeit in Beirut und in Paris wird sie die weibliche östliche Mystik in der Gründungszeit des Christentums und des
Islams miteinander vergleichen. · Frau Bech*** ist Christin und hat sich bereits auf dem Gebiet des praktischen interreligiösen Dialogs
engagiert. Ihre reiche Erfahrung kann sie bald in ihrer Untersuchung über das Spannungsfeld Mission-Dialog im Rahmen einer Promotion in Beirut und Paris einbringen. Wir möchten das Studium beider Studentinnen für die
nächsten drei Jahre mit je 15 000 ¬ unterstützen. |