Dr. Gervase ist ein ehemaliger Student der katholischen Universität Leuven - Belgien. Nach dem Abschluss seiner Promotion hat er eine Lehrstelle am Department of Religious Studies der
Makerere University in Kampala (Uganda) übernommen. In dieser Eigenschaft hat er mit seinem Team ein umfangreiches Forschungsprojekt über die Folgen der Binnenmigration in seinem Land initiiert. In vielen armen Ländern üben die Großstädte eine starke Anziehungskraft auf die Bevölkerung der ländlichen Gebiete. So auch die Hauptstadt Ugandas,
Kampala. Die zur Zeit auf 1,5 Mio. geschätzte Bevölkerung verdoppelt sich all 10 Jahre! Auf der Flucht vor der Armut und in der Hoffnung auf Arbeit strömen täglich Hunderte Menschen hinzu und müssen sich zunächst in entfernt
gelegenen Vierteln zurecht finden. Die Veränderungen, die in diesem Kontext stattfinden, sind nicht nur sozialer und wirtschaftlicher Natur. Auch das religiöse Verhalten und die Wahrnehmung der ethnischen Identität bleiben nicht
unberührt. Diese neue Realität stellt die Kirchen vor eine dramatische Herausforderung. Denn das bisherige Christentum in Afrika ist vor allem ein ländliches gewesen und hat in
jeweils weitgehend homogenen ethnischen Milieus Wurzeln geschlagen. So wurde die Pastoralarbeit stillschweigend entlang der ethnischen Trennlinien strukturiert! Die Grenzen dieser ansonsten erfolgreichen Strategie werden jedoch an zahlreichen bewaffneten
Konflikten sichtbar... Dr. Gervase möchte die neu entstandenen Beziehungsnetze, die neue religiöse Selbstorganisierung und Praktiken und die neuen identitätsstiftenden Merkmale bei Migranten
untersuchen. Besonders spannend verspricht die Ausarbeitung der Interaktion zwischen ethnologischen, soziologischen und volksreligiösen Ressourcen zu werden. Dafür wird er sich auf Bevölkerungsgruppen aus dem Nordwesten des Landes (die
Region westlich des Nils) begrenzen: alle sind durch die gemeinsame Lugbara-Sprache geeint und mittlerweile in den Vororten von Kampala stark vertreten. Mit seinem Team wird er Umfragen in der Hauptstadt und in der Herkunftsregion durchführen, sie
auswerten und die Ergebnisse veröffentlichen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 25 000 EUR. Wir möchten uns mit 20 000
¬ daran beteiligen. |