chakana setzt sich zum Ziel, theologische und philosophische Brücken zwischen den unterschiedlichen geographischen, kulturellen und religiösen Kontexten zu schlagen. Das zweite Heft greift den Focus der Erstausgabe nochmals auf: die Spannung zwischen Kontextualisierung und Kommunikation. Man könnte es um ein geflügeltes Wort von Immanuel Kant abzuwandeln auch so sagen: "Eine Theologie oder Philosophie, die nicht-kontextuell ist, ist leer; eine Theologie oder Philosophie, die in ihrer Kontextualität verharrt, ist blind".
Unsere heutige Zeit ist bestimmt von einer Globalisierungsbewegung, die die Kontexte verwischt und die Kommunikation durch den Markt regulieren lässt. Wir sind aber der Meinung, dass das Ernstnehmen des eigenen und das Respektieren des fremden Kontextes unabdingbare Voraussetzungen für den Dialog und die Kommunikation unter den Völkern und damit für wirkliche "Universalität" sind. Theologie und Philosophie bewegen sich als kulturelle Leistungen des Menschen ebenfalls in diesem Spannungsfeld. Die Beiträge unseres Schwerpunktthemas (Focus) greifen nochmals wichtige Beiträge auf, die anlässlich des vom Missionswissenschaftlichen Institut Missio (MWI) und der Universidad Intercontinental vom 15.-20.03.2002 in Mexiko abgehaltenen Kongresses vorgetragen wurden. Vier unterschiedliche kontinentale Kontexte werden dargestellt und miteinander in Austausch und Verbindung gebracht: Eugene Elochukwu Uzukwu, Nigeria, untersucht am Beispiel von Bibelarbeit und Liturgie die Frage nach der Kontextualisierung afrikanischer Theologie; María del Socorro Vivas Albán, Kolumbien, setzt sich mit der Besonderheit lateinamerikanischer feministischer Theologien auseinander; Mikaele Paunga, Fidschi, behandelt die Herausforderung der Kontextualisierung für die Theologien des pazifischen Raumes; Johannes Baptista Banawiratma, Indonesien, skizziert den spezifisch asiatischen Versuch kontextueller Kirchen und Theologien.
Ich hoffe, dass chakana Ihnen den Reichtum und die Vielfalt theologischen und philosophischen Denkens zu eröffnen vermag und Sie dazu bewegt, interkulturelle Brücken mutig und engagiert zu betreten. Josef Estermann
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